Gastartikel von Christina Manolaki | ColibriBiz

Was haben alte Menschen in ursprünglichen Dörfern mit vielen Großstadthipstern gemeinsam?

 Sie leben nach dem Zero Waste Prinzip und vermeiden Müll soweit wie möglich. Nur nannte man es früher anders: Sparen und ein bescheidenes Leben führen!

 

Was bedeutet Zero Waste?

 

Als Gegenbewegung des Konsum- und Plastikwahns der letzten Jahrzehnte versuchen viele Menschen, ihren Konsum zurückzufahren. Nach den Bildern von Müllinseln im Ozean überlegte man sich, wie es weniger Müll im Alltag geben kann – daraus ist ein Lifestyle geworden. Der Sinn hinter Zero Waste ist also, Müll und Rohstoffverschwendung zu vermeiden.

 

Einige Menschen schaffen das fast vollständig. Aber für die meisten von uns wäre ein fast-Zero-Waste-Leben realistischer – aber immerhin! Ein bisschen (und immer mehr) Müll zu sparen ist besser, als es gar nicht zu versuchen.

 

Wie geht Zero Waste also im Alltag?

 

Bea Johnson hatte dafür eine grobe Richtlinie aufgestellt, auf Englisch 5R’s:

 

  1. Refuse (ablehnen, z.B. Obst in Plastikverpackung)
  2. Reduce (reduzieren)
  3. Reuse (wiederverwenden)
  4. Recycling
  5. Rot (kompostieren)

 

Die Reihenfolge spielt eine Rolle, denn natürlich ist es besser, z.B. unsinnig verpackte Lebensmittel gar nicht erst zu kaufen, als zu recyclen. Einen Plastikbehälter nicht zu kaufen ist super, aber wenn man ihn wiederverwendet (anstatt wegzuwerfen und später wieder neu zu kaufen) ist auch schon etwas getan! Du verstehst, was gemeint ist.

 

Es gibt mittlerweile Zero Waste Blogs mit guten Ideen, Läden und Cafés, die so weit wie möglich Müll vermeiden – aber das Prinzip ist eigentlich nicht neu.

 

Zero Waste in früheren Zeiten

 

Es gibt Regionen, in denen Menschen früher und teilweise auch heute noch so naturverbunden und einfach leben, dass man von ihnen einiges abschauen kann, wenn man im Alltag Müll vermeiden will.

 

Veronika Egger von Firma Laimer zum Beispiel erzählt mir über die Menschen aus dem Ultental (Südtirol):

 

„Die Menschen haben auf den Höfen früher einfach gelebt und wenig gehabt, deshalb haben sie alles genutzt und nichts weggeworfen. Wir haben von unseren Großeltern viel mitgekriegt, wie etwas wiederverwendet werden kann – zum Beispiel Papier, wo etwas eingepackt war: man hebt es auf und verwendet es wieder. Dass Material nicht verschwendet wird war bei uns normal, und ist auch heute eine Selbstverständlichkeit.“

 

Auch Holz wurde laut Veronika von jeher für Alltagsgegenstände optimal verwendet. Daher werden Laimer Uhren auch ausschließlich aus FSC-zertifizierten Holzresten hergestellt, die bei der Möbelindustrie übrigbleiben.

 

Dieser Gedanke kann ausgebaut werden und mehr Dinge aus Rohstoffen verwendet werden, die ansonsten vernichtet werden würden. Wir brauchen keinen Überfluss an Wegwerfprodukten, sondern schöne Gegenstände, die die Natur möglichst nicht belasten.

 

Fazit

 

Der Zero Waste Lifestyle hat viele Anhänger, weil Menschen nicht mehr sinnlos konsumieren wollen. Wir möchten die Umwelt achten und unsere Ressourcen klug einsetzen. Neu ist die Idee aber nicht: Menschen haben früher oft haushalten müssen. Vieles war nicht erhältlich, zu teuer, oder man musste dafür in einen anderen Ort fahren.

 

Einiges daraus können wir auch in unser Leben übertragen. Wie das im Alltag geht und was du praktisch tun kannst, wird im nächsten Artikel zusammengefasst.

 

Jetzt haben wir eine Frage an dich: hast du bei deinen Großeltern beobachtet, wie sie sparsam gelebt und damit Müll vermieden haben? Schreib uns deine Tipps gerne in die Kommentare!