Ein Stück Zeitgeist am Handgelenk

Seit ein paar Tagen ziert eine Holzuhr von Laimer mein Handgelenk. Leicht ist sie, wunderschön, ein wahres Schmuckstück - und auch ein Statement, wie ich bei meinem Besuch im Laimer Store erfahren habe. Denn hinter dem schönen Zeitmessgerät verbirgt sich eine Vision, ja, eigentlich eine ganze Philosophie – davon hat mir Geschäftsführerin Veronika nämlich erzählt, und mich mit ihrer Begeisterung gleich angesteckt. Meine Uhr jedenfalls, die will ich am liebsten gar nicht mehr ablegen!

Zeit für Natur

„Das Ultental ist ein ganz besonderes Tal. Naturbelassen, bodenständig – ein bisschen so, als wäre die Zeit dort stehengeblieben, im positiven Sinne.

„Zeit für Natur“ - so steht es auf der Gehäuserückseite meiner Uhr. Ein inniges Verhältnis zur Natur und insbesondere zum Wald wurde Patrick, Veronikas Mann, Gründer und CEO von Laimer, als Kind des urigen Ultentales quasi in die Wiege gelegt. Vor einigen Jahren, im Jahr 2012 um genau zu sein, führte der gelernte Tischler dann seine Leidenschaft für den Rohstoff Holz und seine Begeisterung für Uhren zusammen – und fertigte seine erste eigene Holzuhr. Aus Holzresten. Der erste Schritt zur Verwirklichung eines Traums war gemacht. Auch heute noch wird jedes der mittlerweile auf eine beachtliche Stückzahl angewachsenen Uhrenmodelle ausschließlich mit Resten von FSC-zertifiziertem Holz aus der Möbelindustrie hergestellt. Diese Hölzer stammen aus nachhaltiger, naturnaher Waldwirtschaft, die sich außerdem durch hohe Sozialstandards und schonende Ressourcennutzung auszeichnet. Dabei kommen sowohl europäische Hölzer, wie Apfel- oder Rosenholz, als auch tropische Hölzer, etwa Zebrano- oder Sandelholz, zum Einsatz. Und jede Uhr ist – naturgegeben – ein Unikat, denn kein Stück Holz gleicht dem anderen und jedes hat seine ganz eigene Geschichte.

Upcycling für Fortgeschrittene

Neben den Holzresten werden auch lokale Produkte wie Granit und der strahlend weiße Laaser Marmor verarbeitet. Die Palette der verwendeten Materialien wird außerdem laufend erweitert, denn Innovation spielt für die kreativen Laimers eine wichtige Rolle. Der Einsatz von Kork und Horn ist dabei ebenso in Planung wie die Verwendung von alten Whiskyfässern. Eine Spezialedition der Laimer-Uhren wurde gar aus den Fässern der Kellerei Kaltern gefertigt, in denen zuvor der Cabernet Sauvignon Riserva DOC 2015 „quintessenz“ reifen durfte. Die Quintessenz des Upcycling, sozusagen. Die Umwandlung von Abfallprodukten, Resten oder nicht mehr verwendbaren Stoffen in neuwertige Produkte ist nebenbei nicht nur eine umwelt- und ressourcenschonende Müllvermeidungsstrategie, Upcycling liegt darüberhinaus auch sehr im Trend. So wurden zwei Uhrenmodelle von Laimer kürzlich sogar mit dem German Design Award 2018 ausgezeichnet!

„Es ist uns wichtig, unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Mit unseren Uhren möchten wir auch ein Bewusstsein für den Wert der von uns verwendeten Materialien vermitteln.“, so Veronika. Überhaupt wird bei Laimer größter Wert auf Nachhaltigkeit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit gelegt. Dabei wird die lokale Vereinsarbeit ebenso unterstützt wie internationale Umweltprojekte, etwa „Mama Earth“. Alle Produktionsstätten in Asien wurden von Patrick persönlich unter die Lupe genommen, denn, wie seine Frau es so schön formuliert: „Ein Produkt wie das unsere lebt von seiner Wertigkeit und Natürlichkeit. Faire Arbeitsbedingungen und hohe Umweltstandards sind da einfach unabdingbar.“


Wenn ich also auf meine Uhr schaue, sehe ich viel mehr als bloß die Uhrzeit. Ich sehe die Ultner Wälder. Ich sehe eine blühende Rose oder die weißen Klippen des Laaser Marmorsteinbruchs. Und ich fühle Naturverbundenheit, Ursprünglichkeit, Leidenschaft. Ein wirklich gutes Gefühl!